Brokers Lunch: Branche zwischen Konsolidierung, Regulierung und Zukunftsfragen
Der Verband Österreichischer Versicherungsmakler (VÖVM) lud am 17. März, zum „Brokers Lunch“ in den Festsaal des Palais Eschenbach in Wien. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Überblick über aktuelle Herausforderungen der Branche sowie ein Ausblick auf deren zukünftige Entwicklung.
Zum Auftakt begrüßte KommR Mag. Dr. Klaus Koban, Präsident des Verbandes Österreichischer Versicherungsmakler, die Teilnehmer. Er betonte, dass die Konsolidierungswelle mittlerweile fixer Bestandteil der Branche sei – Österreich gelte dabei als besonderer Hotspot. Der Verband sehe seine Aufgabe darin, diese Entwicklung aktiv zu begleiten, transparent über Chancen und Herausforderungen zu informieren und gleichzeitig die Interessen der Mitglieder zu vertreten. Positiv hob Koban hervor, dass es trotz dieser Dynamik gelungen sei, alle Mitglieder im Verband zu halten und sogar neue dazuzugewinnen. Gleichzeitig verwies er auf strukturelle Verschiebungen im Arbeitsalltag: Zunehmend würden administrative Aufgaben – etwa in der Vertrags- und Schadenverwaltung – von Versicherern auf Makler verlagert. Auch Themen wie Künstliche Intelligenz und die europäische Regulierung werden aus Verbandssicht künftig weiter an Bedeutung gewinnen.
Hillegaart: Mehr Balance zwischen Regulierung und Realität
In seiner Keynote zeichnete Yorck Hillegaart, Präsident der European Federation of Insurance Intermediaries (BIPAR), ein klares Bild der aktuellen europäischen Entwicklungen. Die EU verfolge mit ihrer Strategie „Simplify Europe“ zwar das Ziel, Regulierung zu reduzieren und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – in der Praxis führe dies jedoch häufig zu neuen Komplexitäten. Zentrale Herausforderungen sieht Hillegaart vor allem in wachsenden Deckungslücken – etwa bei Naturkatastrophen, Altersvorsorge oder Gesundheitsversorgung. Diese betreffen nicht nur Privatkunden, sondern zunehmend auch Unternehmen. Parallel dazu steigen Risiken durch Cyberangriffe, Betrug und geopolitische Unsicherheiten.
Ein weiterer wesentlicher Treiber ist die fortschreitende Regulierung. Sie gilt als einer der Hauptgründe für die zunehmende Konsolidierung im Maklermarkt, da kleinere Betriebe die steigenden Anforderungen – insbesondere im Bereich IT, Compliance und KI – immer schwerer bewältigen können.
Positiv hob er hervor, dass es auf europäischer Ebene gelungen sei, die Interessen der Vermittler stärker einzubringen – etwa bei der Abschwächung regulatorischer Vorhaben oder bei der Einbindung in Diskussionen rund um Naturkatastrophenlösungen.
Der Brokers Lunch zeigte einmal mehr: Die Branche steht vor einem strukturellen Wandel. Konsolidierung, Regulierung und technologische Entwicklungen erhöhen den Anpassungsdruck – gleichzeitig wächst die Bedeutung qualifizierter Beratung. Für Makler bedeutet das: Spezialisierung, Investitionen und strategische Positionierung werden zunehmend entscheidend.
























































